
Die Hornisse (Vespa crabro), eines der bekanntesten und gefürchtetsten deutschen Insekten überhaupt, kann schon durch ihr bloßes Erscheinen Furcht und Schrecken auslösen. Die typische Wespenzeichnung, ihr tiefes Summen und nicht zuletzt ihre Größe veranlassen uns i.d.R. furchteinflößend zum Ruf: “Da, eine Hornisse”; besonders dann, wenn Kleinkinder in der Nähe sind. Aber wie gefährlich sind nun diese großen Wespen wirklich? Das Hornissenstiche für Menschen und Haustieren ernstliche Gesundheitsstörungen zur Folge haben, in besonderen Fällen sogar tödlich wirken können, ist bekannt. Deshalb benehmen sich die meisten Menschen beim Erscheinen einer Hornisse so töricht. Die Giftmenge die bei einem Stich abgegeben wird ist nicht viel größer als die von einer Honigbiene; die chemische Zusammensetzung aber ist eine andere.
BLÜTHGEN (1961) berichtet von ein großes Erdnest, im Juli 1940 in Fritzlar (Hessen), welches beim Mähen durch den Tritt eines Pferdes beschädigt wurde. Die Insassen vielen darauf über die zwei Gespanne und die beim Mähen beschäftigten Leute her; ein älterer, schwächerer Mann und zwei schwere Halbblüter erlagen alsbald den Stichen an Herzlähmung, die beiden anderen Pferde starben einige Stunden später trotz tierärztlicher Versorgung, und ein Mädchen und zwei junge Männer mussten mit starken Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus gebracht werden.
Anfang Oktober 2006 ereignete sich in Hattingen (NRW) ein Hornissenangriff auf Spaziergänger welcher vermutlich durch einen Hund ausgelöst wurde; das starke Nest befand sich im Wurzelbereich eines hohlen Baumes. Als die sich bedroht fühlenden Insassen zum Angriff übergingen, flüchteten Hundebesitzerin und Hund. Ein älterer Mann der des Weges darauf interessiert dem Nest nahe kam, wurde derart von den wie wild geworden Hornissen angegangen, dass er mit schweren Vergiftungserscheinungen von an die einhundert Stichen ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Warum die sonst so friedlichen Tiere auch noch nach einigen Stunden so unerhört angriffslustig waren, war auch dem Imker, der das Volk abtöten musste, unerklärlich. Möglicherweise hatte der Hund am Baum uriniert oder gebuddelt.
Diese wenigen Beispiele zeigen, was passieren kann. Der Umgang mit diesen schönen und aufregenden Insekten muss aber nicht gleich mit Stichen enden, wie viele andere Beispiele zeigen (siehe://www.nabu-muenster.de/). Sollte durch Hornissen im Wohnbereich eine mögliche Gefahr ausgehen so ist immer erst ein Fachkraft zu verständigen, bevor selbst Hand angelegt wird. Auskunft erteilt das Umweltamt der Ortschaft.
Zu beachten ist, dass die Hornisse seit dem 1.1.1987 zu den gesetzlich besonders Geschützen Tierarten gehört. Nach den geltenden Schutzvorschriften ist es u.a. verboten, die Hornisse zu töten, oder ihre Entwicklungsstadien, Nester und Brutstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

